Reunion Berlin 2013

Programm des achten Mastertreffens MOI
08.-10. November 2013

Periimplantitis

Vom Freitag, den 8. November bis zum Sonntag, den 10. November fand das siebte Mastertreffen „Reunion 2013“ in Berlin statt. Aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar dem Ausland kamen mehr als 120 "Master of Science in Oral Implantology" sowie implantologisch interessierte Kollegen in Berlin zu ihrer jährlichen Tagung – „Reunion“ - zusammen. Auch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung, die auch für alle implantologisch interessierte Zahn-ärztinnen und Zahnärzte offen ist, von den Berliner Zahnärzten und Implantologen Dr. Derk Siebers MSc., Peter Albrecht MSc. und Dr. Jörn Werdelmann MSc. organisiert.

„Periimplantitis – ein lösbares Problem?“ lautete das Thema der wissenschaftlichen Veranstaltung am Samstag, den 9. November. Ein mit stetig steigender Zahl von in Deutschland gesetzten Implantaten immer aktueller und „brennender“ werdendes Problem. Gibt es Möglichkeiten zur Vermeidung von Implantatverlusten aufgrund periimplantärer Veränderungen oder ist die einzige Therapie der periimplantären Infektionen die Explantation?

Sinn und Zweck des Treffens der Alumni des postgraduierten Masterstudienganges Implantologie der DGI/Steinbeis-Universität, das Berliner Reunion, ist die fortwährende fachlich wissenschaftliche Diskussion und Fortbildung. Die fachliche Auseinandersetzung auf hohem Niveau und der Erfahrungsaustausch qualifizierter Spezialisten dient der Verbesserung der Ergebnisqualität der zahnärztlich implantologischen und prothetischen Versorgung unserer Patienten. Ein vollgepacktes und hochinteressantes Tagungsprogramm mit vier hochkarätigen Referenten erwartete die mehr als 120 Teilnehmer des Reunion 2013.

Eröffnet wurde das Mastertreffen am Freitag Abend beim Sektempfang in der Lobby des Veranstaltungshotels, wo sich Gäste, Referenten und Teilnehmer nach Ihrer Anreise nach Berlin trafen. Traditionell fand das Eröffnungsdiner im Restaurant Lochner statt. Kollegialer Erfahrungsaustausch und Pflege der bestehenden und Aufbau neuer „Freundschaften“ stand im Vordergrund des ersten Abends.

Ein straffes, interessantes Fortbildungsprogramm erwartet die Teilneh-mer des 7. Reunion am Samstag, den 9.Noivember 2013.

Unterschiedliche Ansichten und Therapievarianten zum Thema „Periimplantitis“: Als Referenten konnten mit Prof. Dr. Eduardo Anitua, PD. Dr. Stefan Fickl, Prof. Frank Schwarz und Dr. Holger Zipprich vier bekannte Spezialisten und erfahrene Referenten zum Thema Periimplantitis gewonnen werden. Als Ehrengast war traditionell wieder Prof. Günter Dhom geladen.

Wie immer waren die Referenten so ausgewählt, dass der Themenkomplex möglichst kontrovers beleuchtet werden sollte. Prof. Anitua ist ein starker Verfechter der sofortigen Explantation bei Auftreten von periimplantären Läsion an Implantaten.

Als Gegenpol fungiert Prof. Schwarz, der bekannt ist für seine Konzepte der Therapie der Periimplantitis. PD. Dr. Fickl stellte Konzepte zur Verringerung des Periimplantitisrisikos vor und Dr. Zipprich entwickelt zusammen mit einer Forschergruppe einen neuen Ansatz zur vollständigen Reinigung der bakteriell infizierten Implantatoberfläche. Das Programm war in eine Vormittags- und eine Nachmittagssitzung aufgeteilt. Jeder der drei Hauptreferenten Anitua, Fickl und Schwarz hatte somit in zwei etwa einstündigen Vorträgen die Möglichkeit sein Wissen um die Periimplantitis, deren Ätiologie, Pathogenese und Therapie darzustellen.

Ganz besonderer Dank gilt auch in diesem Jahr wieder unseren Ausstellern. Wir hatten dieses Jahr 8 Hauptaussteller, die da waren: Bio-Horizons, Biomet 3i, Botiss, BTI – Biotechnology, PerioChip, Geistlich, Nobel-Biocare und Dental-Service Ring-Labor.
Weitere unseres Reunion waren Camlog, Henry Schein, Medentica, Synchrodent und TA- Dent sowie ADS, Dentsply, Dr. Güldener, Orangedental, Thommen, Zhermack und Zimmer.

Nur Dank der großzügigen Unterstützung ist es uns jedes Jahr möglich solch ein hochkarätig besetztes Event zu organisieren und durchzuführen. Ich möchte hiermit noch einmal betonen, dass ein Teil der Firmen tatsächlich seit unserem Start vor 5 Jahren dabei ist und uns seitdem treu unterstützt. Herzlichen Dank dafür. Periimplantäre Infektionen – nicht vermeidbar?

Den ersten Vortrag des Tages hielt Prof. Frank Schwarz. Er referierte über Definitionen periimplantärer Erkrankungen, deren Prävalenz, Ätiologie. Ganz besonderes Augenmerk legte er auf die Wichtigkeit der UPT (unterstützende Parodontaltherapie) für eine gute Langzeitprognose von bereits inserierten Implantaten. Implantate im augmentierten Knochen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit an Periimplantitis zu erkranken als Implantate im ortsständigen Knochen. Prof. Schwarz machte insbesondere darauf aufmerksam, dass radiologische Daten in der Implantologie immer nur in Zusammenhang mit klinischen Daten und dann wiederum im Vergleich mit der Ausgangssituation einen Aussagewert besitzen.

How to prevent and treat periimplantitis – Part 1
Den zweiten Teil bestritt Prof. Eduardo Anitua, der auf die Auswirkungen von morphologischen und mechanischen Implantateigenschaften sowie biologisch-chirurgischen Techniken und deren Einfluss auf die Entstehung und Vermeidung von periimplantären Erkrankungen ein. Es wurde von ihm entwickelte und wissenschaftlich dokumentierte Charakteristika der Mikro und Makromorphologie von Implantaten und schonende biologisch-chirurgische Protokolle vorgestellt.

Vermeidung periimplantärer Erkrankungen bei PAR-Patienten PD. Dr. Stefan Fickl war der letzte Hauptreferent des Vormittags und betonte, dass die Prävalenz der Periimplantitis mit etwa 10-20% in etwa genauso hoch ist wie die der schweren Parodontitiden.

Da eine Vermeidung der Periimplantitis heute nicht möglich zu sein scheint, betonte er, dass er Konzepte zur Verringerung des Periimplantitisrisikos vorstelle. Implantate haben insbesondere im parodontal-vorgeschädigten Gebiss eine schlechter Prognose, weshalb perfekte parodontale Vor- und Nachsorge, adäquate Implantatmakro- und mikrostruktur sowie das Vorhandensein von befestigter keratinisierter Gingiva von besondere Wichtigkeit sind.

Etwas Neues?
Den Vormittag beendete der Vortrag von Dr. Holger Zipprich, als Elektrotechniker und Materialforscher der einzige Nichtzahnarzt unter den Referenten. Ein Forscherteam, dem er angehört entwickelt einen zur Zeit noch experimentellen Therapieansatz zur Dekontamination der Implantatoberfläche bei Periimplantitiden - GalvoSurge. Trotz der extrem trockenen Materie schaffte es Dr. Zipprich seine Zuhörer durch die Darstellung der Dekontamination der Implantatoberfläche mit einer galvanischen Spülung zu fesseln. Die ersten Prototypen des System, das in der Lage zu sein scheint eine vollständig saubere Implantatoberfläche zu erzielen, die sich nicht vom Auslieferungszustand des Herstellers unterscheidet, werden hergestellt, so dass in naher Zukunft die ersten Tierversuche gestartet werden können.

How to prevent and treat periimplantitis – Part 2
Nach einer kurzen Mittagspause und intensivem interkollegialen Aus-tausch ging begann der Nachmittag mit Prof. Anitua. Er präsentierte das von ihm entwickelte BTI Explantationstray vor und demonstrierte den einfachen und vorhersagbaren Einsatz in der schonenden Explantation von explantationswürdigen Implantaten. Danach ging er auf die Herstellung, Eigenschaften und Vorteile von PRGF-Endoret (Plasma Rich in Growth Factors) ein. Er ist ein fulminanter Gegner der Auffüllung infizierter Knochenalveolen mit Knochenersatzmaterialien und demonstrierte sein Prozedere mit der Benutzung einer körpereigenen Fibrinmembran aus PRGF.

Behandlung von periimplantären Defekten
Das zweite Nachmittagsdrittel bestritt wiederum PD Dr. Fickl mit seinem Vortrag zu Rezessionsdeckungen mit besonderem Bezug auf die Deckung von Rezessionen an Implantaten. Die Prävalenz von gingivalen Rezessionen steigt mit dem Alter auf eine bis zu 90 prozentige Durchseuchung. An Implantaten tritt die meiste Rezession innerhalb der ersten 6 Monate auf und nur ein geringerer Verlust im Verlauf der nächsten 2 Jahre, wobei Langzeituntersuchungen noch fehlen.

Ein großer Unterschied wird bei der Behandlung zwischen der funktionelle und der ästhetischen Zone gemacht. In der funktionellen Zone können Rezession bei Entzündungsfreiheit belassen werden, wohingegen in der ästhetischen Zone eine Behandlung oftmals indiziert ist. Die Literatur zeigt, dass singuläre Rezessionen bis zu 2mm auch an Implantaten vorhersagbar gedeckt werden können.

Periimplantäre Infektionen – nicht therapierbar?
Das abschließende Drittel bestritt Prof. Schwarz mit der Therapie der periimplantären Infektionen. Seiner Meinung nach muss jeder implantologisch tätige Zahnarzt in der Lage sein chirurgische Periimplantitistherapie durchzuführen. Nichtchirurgische Therapie ist in der Behandlung der Periimplantitis nicht effizient, muss aber immer vor chirurgischen Interventionen durchgeführt werden.

Zum Abschluss präsentierte der Moderator der Veranstaltung Dr. Derk Siebers das Programm für das Reunion 2014, das am 8. November 2014 bereits zum achten Male hintereinander mit ständig steigender Teilnehmerzahl in Berlin stattfinden wird.

Das Thema des Mastertreffens im Jahr 2014 lautet: „Timing in der Implantologie“ und es konnten ausserordentliche Referenten für diese Veranstaltung gewonnen werden, deren Namen für diametral unterschiedliche Behandlungsansätze stehen: Dr. Marco Degidi (Bologna), Dr. Arndt Happe (Münster), Prof. Dr. Bjarni Pjetursson (Reykjavik) und Dr. Otto Zuhr (München) werden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Zeitpunkte sowohl für die Implantation als auch für die Restauration diskutieren.

Traditionell wurde das Schlusswort des Reunion vom Pastpräsidenten der DGI Prof. Dr. Günter Dhom gehalten.

Den Abschluss des anstrengenden Fortbildungstages bildete ein Diner in der Kantine des Architekturbüros Chipperfield. Im Vordergrund des gemütlichen Beisammenseins am Samstagabend sowie des abschließenden Brunch am Sonntag Morgen im Cafe am Neuen See standen ungezwungene fachliche und private Diskussionen und der kollegiale Austausch.



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